Vegane Burger drängen auf den globalen Markt

Vegane Burger drängen auf den globalen Markt

Der Wandel in der Ernährungsbranche steckt zwischen zwei Brötchenhälften: Vegane Burger nehmen erfolgreich ihren Platz auf dem globalen Wirtschaftsmarkt ein. Ein Wendepunkt in der modernen Ernährung.

Beyond Burger kommt sehr nah ans Fleischerlebnis heran

Obwohl Beyond Meat im vergangenen Jahr keine 80 Millionen Dollar Umsatz und sogar knapp 30 Millionen Dollar Verlust gemacht hatte, bringt ihr Produkt sämtliche Konkurrenten im amerikanischen Fleischbusiness dazu, in einer Krisensitzung zusammen zu kommen. Eine kulinarische Revolution im Lebensmittelsektor spielt sich ab: Tierfreies Fleisch drängt mit aller Macht in den Weltmarkt.

Dass diese veganen Burgerpattys gerade jetzt zum deutschen Verbraucher und in die Burgerläden kommen, hat eine Reihe relativ einfacher Gründe: Diverse Anbieter konnten Burger und Würste aus rein pflanzlichen Zutaten in den vergangen Jahren so gut weiterentwickeln, dass sie auch auf dem Massenmarkt ein Chance haben – und das nicht mehr nur unter eingefleischten Vegetariern und Veganern.

Zudem hat vor allem das pflanzliche Hackfleisch des amerikanischen Produzenten Beyond Meat einen neuen Standard gesetzt. Er zieht die Aufmerksamkeit, das Interesse und vor allem Investitionen der gesamten Branche auf sich.

Das Produkt

Die Produkte von Beyond Meat sind nämlich nicht einfach nur neue vegane Bratlinge. Sie sind die ersten veganen Produkte auf dem Weltmarkt, die nicht mehr nach Verzicht und Vernunft schmecken, sondern nach Fleisch.

Der Beyond Burger hat durch die spezifische Art, wie Erbsenproteine geformt, gefärbt und aufwendig gewürzt werden, tatsächlich die Farbe und Faserung von Hackfleisch. Röstnoten sind zumindest schmeckbar und mit dem Zusatz von Raucharomen kommt er den traditionellen Fleischpatties sehr nahe. Blind verkostet, mit all dem Drumherum aus Zwiebel, Tomate und würzigen Saucen, hält man ihn für einen Fleischburger.

Mit diesen neu entwickelten Eigenschaften sind die neuen veganen Burger nun keine Gemüsefrikadellen mehr und auch kein bröseliger, etwas trockener Ersatz, sondern ein Angebot für alle, denen es wichtig ist, dass das Geschmackserlebnis und die Konsistenz stimmt, denen aber nicht Wurst ist, welchen Preis die Umwelt dafür zahlt.

Vegane Burger drängen auf den globalen Markt
Vegane Burger drängen auf den globalen Markt

Veggie-Burger gibts bei Lidl und nicht im Biomarkt

Damit einher geht ein neues Verständnis von der Zielgruppe der Hersteller. Während vegane, auch vegetarische Alternativen in der Vergangenheit auf eine gebildete Nischenkundschaft zielten und auf Menschen, die aus ethischen Gründen zu Ersatzprodukten griffen, zielen die pflanzenbasierten Burger mitten in die Masse. Es gibt diese Burger eben gerade nicht in kleinen, etwas speziellen Bioläden zu erwerben, sondern ebi großen Discountern wie Lidl. Beyond Meat selbst vertreibt die erste Charge seiner Burger in Deutschland auch nicht in einem veganen Supermarkt oder wenigstens einer Bio-Kette, sondern bei Lidl. In nur wenigen Stunden waren die begehrten Burger ausverkauft.

Gigantischer Markt für Fleischersatzprodukte

Die Konsumenten erwarten kein Geschmackswunder, die Billigfleisch aus Massentierhaltung ohnehin nicht erfüllen könnte. Sie möchten einen Burger essen, der wie ein Burger schmeckt, das Gewissen nicht belastet und doch möglichst günstig ist. Diese Kombination macht das erstaunliche Marktpotenzial der neuen Burger aus.

Natürlich sind amerikanische Hersteller längst nicht die Einzigen, die verstanden haben, dass Fleisch aus Pflanzen nicht nur für die Tiere und den Planeten, sondern auch für die eigene Börse ein wichtiger Markt ist. So hat der Hersteller Rügenwalder Mühle schon 2014 seine Produktion erweitert und mittlerweile 24 vegetarische und immerhin acht vegane Wurst- und Fleischprodukte im Sortiment. Auch hier ist die Bilanz durchweg positiv: Der Marktanteil der vegetarischen Produkte wuchs allein im Jahr 2018 um 16,2 Prozent und machte am Ende des vergangenen Jahres fast ein Drittel des Umsatzes aus.

Sollte die Entwicklung in diesem rasanten Tempo weitergehen, wird sich die Frage „Fleisch oder Fleischersatz?“ in Zukunft eventuell erledigen, da Qualität, Umweltbilanz, Tierwohl, CO2-Bilanz, Gesundheit und Preis der neuen Fleischersatzprodukte besser abschneiden werden als bei der konventionellem Billigfleischproduktion in der Massentierhaltung.

veganes Auto der Zukunft

Das Auto der Zukunft ist vegan

Tesla, Range Rover, Audi, BMW, Mercedes und Co setzen auf tierfreundliche Autos in der Zukunft.

In den letzten Jahren haben immer mehr Autohersteller die Lederausstattung in ihren Fahrzeugen durch tierversuchsfreie und vegane Materialien ersetzt. Auf der LA Auto Show hat auch Audi seinen vollelektrischen Audi e-tron GT concept mit veganer Innenausstattung vorgestellt. Dabei ist es alles andere als ein Hippie-Auto, wie es vor einigen Jahren noch üblich gewesen ist, Elektroautos zu bezeichnen.

Durchschnittlich werden für das Interieur eines Autos etwa fünfzehn Tierhäute verarbeitet. Es wurden nun aber auch Materialien entwickelt, dank denen Luxus auch ohne Leder oder anderen tierischen Körperteilen möglich ist. Bereits im Juli 2017 gab Tesla bekannt, für seine Fahrzeugausstattung kein Leder mehr zu verarbeiten. Auch Teslas größter Konkurrent Fisker Inc. stellte Anfang 2018 sein neues Elektrofahrzeug mit veganer Innenausstattung vor. Der im März letzen Jahres vorgestellte Range Rover Velar gewann mit seinem lederfreien Interieur sogar den Titel World Car Design of The Year 2018. Auch Bentley verkündete, dass die Zukunft der Autoinnenausstattung vegan sein wird. Wohlhabende Autofahrer scheinen Autos, die besser zu ihrer Gewissenshaltung passen, zu präferieren. BMW gab seinem i3 den selbsternannten Titel „grünstes Auto der Welt“. Das Fahrzeug ist vollelektrisch und zu 95 Prozent recycelbar; die Standardausführung hat außerdem keine Ledersitze.

Das vegane Material

Das Material Alcantara kommt schon seit mehreren Jahren in Interieuren von Autos zum Einsatz. Es ist ein synthetisches Velourleder, welches beispielsweise auch Microsoft für seine Surface-Reihe verwendet. Die Tierrechtsorganisation PETA bezeichnet Alcantara außerdem als „qualfrei“.

Vielen Autofahrern ist nicht bekannt, dass herkömmliche Autoreifen in der Regel mithilfe von Stearinsäure hergestellt werden, die in den meisten Fällen aus Tierprodukten gewonnen wird. Der Hersteller Michelin verwendet für seine Autoreifen dagegen nur pflanzenbasierte Substanzen und bei Kenda kommt nur Stearinsäure zum Einsatz, die aus raffiniertem Pflanzenöl gewonnen wird. Also gibt es auch völlig vegane Autoreifen.

Aber nicht nur die Innenausstattung und die Reifen werden vegan und tierversuchsfrei. Nachdem die New York Times enthüllt hatte, dass VW, BMW und Mercedes-Benz Affen dazu zwingen, Autoabgase einzuatmen entschied zumindest Volkswagen, in Zukunft vollkommen auf Tierversuche zu verzichten.

veganes Auto der Zukunft
Tesla, Range Rover, Audi, BMW, Mercedes und Co setzen auf tierfreundliche Autos in der Zukunft.

Entwicklung

Die Gründe hinter dieser Entwicklung mögen rein wirtschaftlicher Natur oder bloß PR Maßnahmen für eine Imagerehabilitierung sein. Dennoch ist es ein erfreuliches Ergebnis, dass ein wirtschaftlich so gewichtiger Industiezweig wie der der Autohersteller endlich auch umwelt- und tierfreundlichere Optionen anbietet.

Pflanzliche Proteine als Food Ingredients

Pflanzliche Proteine

Rein pflanzliche, also vegane Lebensmittel liegen im Trend. Ihr Marktanteil steigt stetig an und verändert somit die sichtbar die industrielle Lebensmittelbranche. Viele pflanzlichen Lebensmittelprodukte werden für eine Ernährung ohne Fleisch auf Basis pflanzlicher Proteine hergestellt. Für das pflanzliche Eiweiß sind die biologische Wertigkeit und die Verdaubarkeit wichtige Qualitätskriterien. Sie sind ein Maß dafür, mit welcher Effizienz das Nahrungseiweiß in körpereigenes Protein umgesetzt werden kann.

Pflanzliche Proteine als Food Ingredients

Lebensmittelproteine lassen sich aus den unterschiedlichsten Rohstoffen gewinnen. Leguminosen, also Hülsenfrüchte wie Erbsen, Lupine, Ackerbohnen oder Sojabohnen eignen sich mit ihrem hohen Eiweißgehalt besonders gut. Doch auch viele andere Pflanzen, wie beispielsweise Nüsse beinhalten ein hohes Maß an Eiweiß und können als Grundlage verwendet werden. Hier könnt ihr noch weitere detaillierte Infos zu guten pflanzlichen Proteinquellen durchlesen.

Pflanzliche Alternativen für Fleisch

Pflanzliche Alternativen zu Fleisch

Warum Alternativen für Fleisch? Durch das wachsende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein möchten viele Menschen in den westlichen Ländern weniger Fleischprodukte konsumieren, aber möglichst nicht auf den Geschmack. Die Nachfrage zu Pflanzlichen Alternativen zu Fleisch steigt infolge dessen. Die Produktion von tierischen Proteinen ist sehr ineffizient: Für 1000g tierisches Eiweiß müssen 3000-8000g pflanzliches Eiweiß verfüttert werden. Es ist unabdingbar, dass die Grundversorgung der wachsenden Bevölkerung so unmöglich langfristig sicher gestellt werden kann. Gegen die Massentierhaltung mit ihren hohen Emissionen von Methan und Kohlendioxid sprechen auch ethische Bedenken. Im asiatischen Raum werden seit Jahrhunderten Tofu, Tempeh oder Saitan zur Proteinversorgung der Bevölkerung hergestellt. Auch in der Bundesrepublik finden fleischähnliche, vegetarische oder vegane Produkte immer mehr Interesse.

Vegan im Urlaub - Tipps für stressfreie Ferien

Vegan im Urlaub: Tipps für stressfreie Ferien

In einem schönen Urlaub möchten wir eine wundervolle Zeit mit viel Erholung, Inspirationen und natürlich gutem und wenn möglich einheimischem Essen Apropos Essen: Besonders im Urlaub kann es eine kleine Herausforderung sein, sich ausschließlich vegan zu ernähren . Eine neue und unbekannte Umgebung, eine fremde Sprache, keine eigene Küche und viel Zeit unterwegs machen es nicht immer leicht, sich auf Reisen rein pflanzlich zu ernähren. Wir haben hier mal einige Erfahrungen gesammelt und zusammengestellt. Hier könnt ihr auch Angebote für vegan freundliche Hotels und Pensionen finden.

Keine wirklichen Hindernisse

Trotz vieler Herausforderungen müsst Ihr im Urlaub nicht auf leckeres Essen verzichten oder gar hungern. Ob in Nationalparks in Nordamerika, in südostasiatischen Ländern oder auf Wandertouren in den Alpen, wo vegan eher ein Fremdwort ist. Auf traditionelle und einheimische Gerichte wie spanische Paella oder authentisches Streetfood in Marakesh muss man zugegeben in der Regel verzichten.

Vegan im Urlaub kann mehr Urlaub sein

Vegan im Urlaub - Tipps für stressfreie Ferien
Vegan im Urlaub – Tipps für stressfreie Ferien

Oft können wir feststellen, dass vegane Ernährung im Urlaub vieles erleichtert. Ihr müsst euch nicht ewig mit der Restaurantauswahl aufhalten, denn auf vielen Speisekarten finden sich schlichtweg keine veganen Gerichte. Oft könnt ihr euch schon mit Apps oder mit Reiseblogs oder -foren schon im Vorfeld informieren, wo Ihr essen gehen wollt.

Ihr könnt zielgerichtet auf Reisen durch eine Stadt gehen und wisst oft schon morgens, in welchem Restaurant ihr mittags oder abends essen gehen wollt. Manchmal bestimmt auch das Essen sogar die Planung eurer Tagesroute, indem ihr die Sehenswürdigkeiten in der nähe eurer Lokale anvisiert.

Fazit: Vegane Ernährung im Urlaub ist nicht schwer, aber zugegeben: die einheimischen kulinarischen Köstlichkeiten können auch verführerisch sein.