Vegane Kleidung - modisch ohne Pelz und Leder

Vegane Kleidung – modisch ohne Pelz und Leder

Bei dem Wörtchen „vegan“ denken die meisten Menschen vermutlich „nur“ an die Ernährung. Doch sogar bei der Kleidung kann auf tierische Produkte verzichtet werden. Vegane Kleidung ohne tierische Produkte, die auch noch modisch ist, lässt sich ohnehin fast überall finden. Jedoch gibt es oft „versteckte“ tierische Stoffe in Kleidung, auf die geachtet werden kann.

Wer aus ethischen Gründen vegan lebt, verzichtet auf alle tierischen Produkte. Das bedeutet, nicht nur auf Fleisch zu verzichten, sondern auch Milchprodukte, Eier und alle Produkte, die von Tieren produziert worden sind sowie Pelz, Leder, Seide und Wolle.

Klingt auf Anhieb eventuell sehr hart, doch immer mehr Menschen in Deutschland entschließen sich für diese Lebensweise. Seidem die vegane Ernährung einen Hype erlebt, interessieren sich nun auch immer mehr Menschen für vegane Kleidung. Ihre Gründe dafür sind sehr vielfältig. Aus ethischen Hintergründen verzichten manche auf tierische Produkte für den Tierschutz. Auch aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen sehen manche Menschen von den tierischen Produkten ab.

Wann ist Kleidung vegan?

Wer sich auf die Suche nach veganer Kleidung machen möchte, sollte einige Dinge beachten. Vor allem sollte vorher geklärt werden, was denn eigentlich vegane Kleidung ist. Genau wie bei der Ernährung gilt auch hier: es dürfen keine tierischen Produkte in der Produktion und im fertigen Kleidungsstück enthalten sein.

Zu den bekanntesten tierischen Bestandteilen gehören folgende. Auf diese solltest du beim Kauf von veganer Kleidung achten und sie vermeiden.

  • Leder
  • Wolle (zum Beispiel Angora, Alpaka, Kamelhaar, Kaschmir oder Mohair)
  • Seide
  • Filz
  • Pelz
  • Daunen/Federn
  • Horn
  • Perlmutt

Tiere hinter der Kleidungsproduktion

Es existiert der weit verbreitete Irrtum, dass manche Produkte, wie zum Beispiel Leder, Abfallprodukte der Fleischindustrie seien. In Wahrheit werden 40% der weltweiten Schlachtungen nur für die Lederproduktion durchgeführt. Die meisten Tiere, die in die Produktion der oben genannten Produkte involviert sind, werden extra für ihre Rohstoffe gezüchtet. Häufig kommen die Tiere aus Ländern, in denen es so gut wie keine Richtlinien zum Tierschutz gibt. So müssen die Tiere bei lebendigen Leib und unter starken Schmerzen geschoren oder gerupft werden. Manche werden auch erst auf brutale Weise und ohne Schmerzmittel getötet.

Beliebte und ualitativ hochwertige tierfreie Alternativen sind zum Beispiel Baumwolle, Leinen, Sojaseide Viskose oder Hanf.

Hier ein Tipp, was Ihr mit euren ausrangierten Kleidungsstücke machen könnt: Omas Pelz

Eine richtige Kennzeichnung zeigt, ob ein Kleidungsstück vegan ist

Leider existiert zurzeit noch keine extra Kennzeichnungen auf den Kleidungsstücken, die direkt erkennen lässt, ob ein Kleidungsstück vegan ist oder nicht. Daher hilft nur ein genauer Blick auf das Etikett. Es gibt aber einige versteckte Stoffe, die in veganer Kleidung nichts zu suchen haben sollten. Da kann beim Shoppen ein Smartphone schnell mit einer Suchmaschine helfen. Bei den folgenden Elementen sollte man genauer schauen, ob sie wirklich tierfrei sind:

  • Schuhinnensohlen können häufig aus echtem Leder bestehen, auch wenn der restliche Schuh aus Kunstleder besteht.
  • Knöpfe oder ähnliches verstecken manchmal Horn oder Perlmutt.
  • Applikationen oder Patches an Hosen, Jacken, Westen etc. sind sehr häufig aus Leder gemacht.
  • Sind Produkte verklebt und nicht vernäht, können auch hier häufig tierische Produkte lauern.

Ein weiterer Tipp: Schuhhersteller müssen mit bestimmten Kennzeichnung arbeiten, die euch verraten, ob das Obermaterial, die Laufsohle oder die Futter- und Decksohle aus entweder Leder, beschichtetem Leder, Textil oder Sonstigem besteht

In diesem Interview mit Martin Höfeler von Armedangels erfahrt ihr einiges über ökologisch und fair produzierenden Modelabel.

Aber Achtung! Vegan, öko, bio und fairtrade ist nicht dasselbe!

Viele Modemarken arbeiten mit Labels wie Öko oder Fairtrade. Diese Bezeichnungen vermitteln uns ein gutes Gefühl und vergewissern uns, dass diese Kleidungstücke unter sehr viel besseren Bedingungen hergestellt worden sind, als andere. Dennoch bedeuten sie nicht, dass das Produkt auch vegan sein muss. Wer nicht nur die Tiere, sondern auch die Umwelt schützen möchte, sollte aber auch auf eine biologische oder ökologische Produktion wert legen.

Es gibt mittlerweile spezielle Onlineshops, die nur vegane und ökologische Mode verkaufen. In vielen deutschen Großstädten wie Hamburg, München oder Berlin gibt es auch die Läden dazu.

Erfolgskurs veganer Produkte

Erfolgskurs veganer Produkte

Der Erfolgskurs veganer Produkte geht weiter: Das zeigt die Studie, des renommierten Marktforschungsinstituts Mintel.

Fleischalternativen dringen vom Nischenmarkt zum Massenmarkt

Pflanzliche Fleischalternativen werden nicht länger nur von Vegetariern, Veganern oder Allergikern gekauft. Sie sprechen inzwischen eine sehr breite Zielgruppe an: die wachsende Gruppe der sogenannten Flexitarier. Sie essen nur selten oder wenig Fleisch und kaufen bewusst häufig vegane oder vegetarische Produkte. Der genannten Studie zufolge nahm der Kauf von vegetarischen und veganen Fleischalternativprodukten innerhalb eines Jahres von 7% auf 18 % zu. Immer mehr Menschen in Deutschland greifen bewusst nach veganen Produkten wie wie Soja-Burger oder vegetarische Würstchen.

Europa liegt bei der Produktion pflanzlicher Proteinen vorn

Die Studie zeigt die große Aktivität des europäischen Markts bezüglich pflanzlicher Alternativprodukte: 2015 kamen 42 % aller Nahrungsmittel mit pflanzlichem Protein in Europa auf den Markt. Zum Vergleich: In Nordamerika waren es 13 %. Deutschland sticht bei den Produkteinführungen besonders heraus: Knapp 8 % aller weltweit neu eingeführten Fleischalternativen kamen 2015 hierzulande in die Supermärkte. Im Jahr zuvor waren es gerade mal 3 %.

Es bewegt sich sehr viel im veganen Sektor: Weltweit stieg der Anteil rein pflanzlicher Produkte an allen neu eingeführten Fleischalternativen von 8% im Jahr 2012 auf 38 % im Jahr 2015. An dieser Entwicklung sind ebenfalls deutsche Produzenten maßgeblich beteiligt. 2015 kamen fast 12 % aller neu entwickelten veganen Fleischalternativen aus Deutschland. Die USA liegen mit knapp über 3 % auf dem zweiten Platz.

Pflanzliche Proteinquellen werden immer populärer

In veganen und vegetarischen Fleischalternativen stecken weltweit vor allem Sojaprotein mit 56 % (dennoch wird über ein Drittel der Sojaproduktion in Tierfuttermittel gesteckt) und Weizenprotein mit 53 %, häufig auch in Kombination miteinander. Zunehmend Verwendung findet Erbsenprotein. Nüsse und Samen sind als Zutaten in Fleischalternativen ebenfalls im Kommen.

Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Mintel zeigt, dass die Alternativprodukte dem Interesse der Konsumenten entsprechen: Demnach haben 59 % der befragten Menschen in Deutschland bereits Produkte aus alternativen Proteinquellen genutzt. Weitere 20% bekundeten ihr Interesse an diesen Produkten. Bemerkenswert ist die Rolle proteinreicher Algen. Sie werden als Basiszutat genutzt oder in Fleischalternativen wie Burgern verarbeitet. Algen werden laut Mintel als Superfood immer mehr nachgefragt. 23 % der Befragten haben entsprechende Produkte bereits probiert, 35 % sind an ihnen interessiert.

Milchalternativen aus vielfältigen Rohstoffen

Die Produzenten von Milchalternativen greifen auf zahlreiche Zutaten zurück. Nach wie vor führen allerdings Soja- und Mandelprodukte den Markt an. Mintel zufolge stieg der Anteil der Mandelmilch an den 2015 neu eingeführten Milchalternativen auf knapp über 5 %. 2010 lag der Anteil nur bei etwa 0,5 %. Weiterhin drängen auch immer mehr Produkte aus anderen Rohstoffen auf den Markt. Beispiele dafür sind Kokosnuss-, Cashew- oder Quinoamilch sowie die »Not Milk« des chilenischen Start-Ups NotCompany. Sie besteht aus Mandeln, Erbsen, Reis, Nüssen, Leinsamen, Kokosnuss und Vanille. Weitere Produkte des Unternehmens sind »NotYogurt« und »NotCheese«.

Die Vegane Produktpalette weitet sich immer mehr aus

Erfolgskurs veganer Produkte
Erfolgskurs veganer Produkte

Fachleute bei Mintel gehen davon aus, dass die wachsende Beliebtheit alternativer Ernährungsformen dazu führt, dass die Entwicklung veganer und vegetarischer Produkte noch weiter zunimmt. Für die nächsten Jahre erwarten sie zahlreiche Produktneuheiten, bei denen pflanzliche Zutaten im Mittelpunkt stehen. Wir dürfen also sehr gespannt sein!

Vegane Burger drängen auf den globalen Markt

Vegane Burger drängen auf den globalen Markt

Der Wandel in der Ernährungsbranche steckt zwischen zwei Brötchenhälften: Vegane Burger nehmen erfolgreich ihren Platz auf dem globalen Wirtschaftsmarkt ein. Ein Wendepunkt in der modernen Ernährung.

Beyond Burger kommt sehr nah ans Fleischerlebnis heran

Obwohl Beyond Meat im vergangenen Jahr keine 80 Millionen Dollar Umsatz und sogar knapp 30 Millionen Dollar Verlust gemacht hatte, bringt ihr Produkt sämtliche Konkurrenten im amerikanischen Fleischbusiness dazu, in einer Krisensitzung zusammen zu kommen. Eine kulinarische Revolution im Lebensmittelsektor spielt sich ab: Tierfreies Fleisch drängt mit aller Macht in den Weltmarkt.

Dass diese veganen Burgerpattys gerade jetzt zum deutschen Verbraucher und in die Burgerläden kommen, hat eine Reihe relativ einfacher Gründe: Diverse Anbieter konnten Burger und Würste aus rein pflanzlichen Zutaten in den vergangen Jahren so gut weiterentwickeln, dass sie auch auf dem Massenmarkt ein Chance haben – und das nicht mehr nur unter eingefleischten Vegetariern und Veganern.

Zudem hat vor allem das pflanzliche Hackfleisch des amerikanischen Produzenten Beyond Meat einen neuen Standard gesetzt. Er zieht die Aufmerksamkeit, das Interesse und vor allem Investitionen der gesamten Branche auf sich.

Das Produkt

Die Produkte von Beyond Meat sind nämlich nicht einfach nur neue vegane Bratlinge. Sie sind die ersten veganen Produkte auf dem Weltmarkt, die nicht mehr nach Verzicht und Vernunft schmecken, sondern nach Fleisch.

Der Beyond Burger hat durch die spezifische Art, wie Erbsenproteine geformt, gefärbt und aufwendig gewürzt werden, tatsächlich die Farbe und Faserung von Hackfleisch. Röstnoten sind zumindest schmeckbar und mit dem Zusatz von Raucharomen kommt er den traditionellen Fleischpatties sehr nahe. Blind verkostet, mit all dem Drumherum aus Zwiebel, Tomate und würzigen Saucen, hält man ihn für einen Fleischburger.

Mit diesen neu entwickelten Eigenschaften sind die neuen veganen Burger nun keine Gemüsefrikadellen mehr und auch kein bröseliger, etwas trockener Ersatz, sondern ein Angebot für alle, denen es wichtig ist, dass das Geschmackserlebnis und die Konsistenz stimmt, denen aber nicht Wurst ist, welchen Preis die Umwelt dafür zahlt.

Vegane Burger drängen auf den globalen Markt
Vegane Burger drängen auf den globalen Markt

Veggie-Burger gibts bei Lidl und nicht im Biomarkt

Damit einher geht ein neues Verständnis von der Zielgruppe der Hersteller. Während vegane, auch vegetarische Alternativen in der Vergangenheit auf eine gebildete Nischenkundschaft zielten und auf Menschen, die aus ethischen Gründen zu Ersatzprodukten griffen, zielen die pflanzenbasierten Burger mitten in die Masse. Es gibt diese Burger eben gerade nicht in kleinen, etwas speziellen Bioläden zu erwerben, sondern ebi großen Discountern wie Lidl. Beyond Meat selbst vertreibt die erste Charge seiner Burger in Deutschland auch nicht in einem veganen Supermarkt oder wenigstens einer Bio-Kette, sondern bei Lidl. In nur wenigen Stunden waren die begehrten Burger ausverkauft.

Gigantischer Markt für Fleischersatzprodukte

Die Konsumenten erwarten kein Geschmackswunder, die Billigfleisch aus Massentierhaltung ohnehin nicht erfüllen könnte. Sie möchten einen Burger essen, der wie ein Burger schmeckt, das Gewissen nicht belastet und doch möglichst günstig ist. Diese Kombination macht das erstaunliche Marktpotenzial der neuen Burger aus.

Natürlich sind amerikanische Hersteller längst nicht die Einzigen, die verstanden haben, dass Fleisch aus Pflanzen nicht nur für die Tiere und den Planeten, sondern auch für die eigene Börse ein wichtiger Markt ist. So hat der Hersteller Rügenwalder Mühle schon 2014 seine Produktion erweitert und mittlerweile 24 vegetarische und immerhin acht vegane Wurst- und Fleischprodukte im Sortiment. Auch hier ist die Bilanz durchweg positiv: Der Marktanteil der vegetarischen Produkte wuchs allein im Jahr 2018 um 16,2 Prozent und machte am Ende des vergangenen Jahres fast ein Drittel des Umsatzes aus.

Sollte die Entwicklung in diesem rasanten Tempo weitergehen, wird sich die Frage „Fleisch oder Fleischersatz?“ in Zukunft eventuell erledigen, da Qualität, Umweltbilanz, Tierwohl, CO2-Bilanz, Gesundheit und Preis der neuen Fleischersatzprodukte besser abschneiden werden als bei der konventionellem Billigfleischproduktion in der Massentierhaltung.

Pflanzliche Proteine als Food Ingredients

Pflanzliche Proteine

Rein pflanzliche, also vegane Lebensmittel liegen im Trend. Ihr Marktanteil steigt stetig an und verändert somit die sichtbar die industrielle Lebensmittelbranche. Viele pflanzlichen Lebensmittelprodukte werden für eine Ernährung ohne Fleisch auf Basis pflanzlicher Proteine hergestellt. Für das pflanzliche Eiweiß sind die biologische Wertigkeit und die Verdaubarkeit wichtige Qualitätskriterien. Sie sind ein Maß dafür, mit welcher Effizienz das Nahrungseiweiß in körpereigenes Protein umgesetzt werden kann.

Pflanzliche Proteine als Food Ingredients

Lebensmittelproteine lassen sich aus den unterschiedlichsten Rohstoffen gewinnen. Leguminosen, also Hülsenfrüchte wie Erbsen, Lupine, Ackerbohnen oder Sojabohnen eignen sich mit ihrem hohen Eiweißgehalt besonders gut. Doch auch viele andere Pflanzen, wie beispielsweise Nüsse beinhalten ein hohes Maß an Eiweiß und können als Grundlage verwendet werden. Hier könnt ihr noch weitere detaillierte Infos zu guten pflanzlichen Proteinquellen durchlesen.

Pflanzliche Alternativen für Fleisch

Pflanzliche Alternativen zu Fleisch

Warum Alternativen für Fleisch? Durch das wachsende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein möchten viele Menschen in den westlichen Ländern weniger Fleischprodukte konsumieren, aber möglichst nicht auf den Geschmack. Die Nachfrage zu Pflanzlichen Alternativen zu Fleisch steigt infolge dessen. Die Produktion von tierischen Proteinen ist sehr ineffizient: Für 1000g tierisches Eiweiß müssen 3000-8000g pflanzliches Eiweiß verfüttert werden. Es ist unabdingbar, dass die Grundversorgung der wachsenden Bevölkerung so unmöglich langfristig sicher gestellt werden kann. Gegen die Massentierhaltung mit ihren hohen Emissionen von Methan und Kohlendioxid sprechen auch ethische Bedenken. Im asiatischen Raum werden seit Jahrhunderten Tofu, Tempeh oder Saitan zur Proteinversorgung der Bevölkerung hergestellt. Auch in der Bundesrepublik finden fleischähnliche, vegetarische oder vegane Produkte immer mehr Interesse.